Führungswechsel

Wie schon seit mindestens einem Vierteljahrhundert gingen auch bei der diesjährigen Open-Air-Jahreshauptversammlung der SG Telgte alle Abstimmungen einhellig ohne Gegenstimmen vonstatten. Es gab sogar recht viele Wahlen, denn im Vorjahr war die Veranstaltung ja ausgefallen.

Bei den meisten Posten änderte sich nichts, durch den Rückzug Ulrich Wincklers nach 16jährigem Vorsitz wurde mit Stephan Dietzmann ein neuer erster Vorsitzender gewählt, Jan Lauhoff, bislang Sportlicher Leiter, übernimmt in Zukunft die Aufgaben des zweiten Vorsitzenden.

Uli Winckler wurde mit Standing Ovations und lang anhaltendem Applaus verabschiedet und wird dem Verein als Ehrenvorsitzender erhalten bleiben.

Sophia Kleinherne: „Wir können etwas ganz großes erreichen.“

Riesiger Jubel bei den Frauen von Eintracht Frankfurt: Die Mannschaft ist am Samstagnachmittag durch ein 2:1 gegen den SC Freiburg ins Endspiel um den DFB-Pokal eingezogen. Die deutsche Nationalspielerin Sophia Kleinherne (20) hat sich unmittelbar nach Spielschluss Zeit genommen, um mit DFB.de über ihre Gefühle, den Traum vom Finale und die beiden anstehenden Länderspiele mit der DFB-Auswahl gegen Australien am 10. April (ab 16.10 Uhr, live in der ARD) und Norwegen am 13. April (ab 16 Uhr, live im ZDF) zu sprechen.

DFB.de: Sophia, ist mit diesem Finaleinzug für Sie ein Traum wahr geworden?

Sophia Kleinherne: Auf jeden Fall. Es ist schön, dass sich harte Arbeit am Ende doch auszahlt. Das Erreichen des Endspiels um den DFB-Pokal war unser großes Ziel. Das haben wir jetzt geschafft. Für uns ist das umso wichtiger, weil es in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga bisher nicht so läuft, wie wir es uns erhofft hatten. Da laufen wir unseren Erwartungen etwas hinterher. Umso mehr Bedeutung hat deshalb der DFB-Pokal für uns. Da können wir etwas ganz Großes erreichen. Und das wollen wir schaffen. Es ist schön, dass wir es ins Finale geschafft haben. Aber jetzt wollen wir auch den letzten Schritt machen, jetzt wollen wir am 30. Mai in Köln den Titel holen.

DFB.de: Dort geht es gegen den VfL Wolfsburg oder Bayern München. Wer ist Ihnen lieber?

Kleinherne: Das ist mir eigentlich ganz egal. Wir nehmen den Gegner, der kommt. Ich werde mir die Begegnung sehr interessiert anschauen. Ich gehe von einem sehr intensiven Duell der beiden derzeit besten Mannschaften in Deutschland aus. Auch wenn Bayern einen super Lauf hat, erwarte ich ein Spiel auf Augenhöhe. Mal sehen, mit wem wir uns dann bald in Köln messen können.

DFB.de: War das einer der schönsten Tage in Ihrer Karriere?

Kleinherne: Ja, schon. Aber ich bin bereits viele schöne Augenblicke im Fußball erlebt, die eine sehr große Bedeutung für mich haben – sowohl national, als auch international mit den DFB-Nationalmannschaften, für die ich spielen durfte. Aber dieser Finaleinzug ist gerade ein unbeschreiblicher Moment. Ich bin einfach nur stolz und glücklich. Für mich wird es das erste DFB-Pokalfinale sein. Schon vor der Saison hatte ich im Kopf, dass ich in diesem Jahr gerne nach Köln möchte. Es ist einfach großartig. Das sind genau die Momente, für die wir Fußball spielen. Aber es war ein hartes Stück Arbeit, den SC Freiburg zu besiegen.

DFB.de: Wie haben Sie die Begegnung erlebt?

Kleinherne: Aus meiner Sicht ist unser Sieg absolut verdient. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass wir als Verliererinnen vom Platz gehen könnten.

DFB.de: Aber Sie sind früh in Rückstand geraten?

Kleinherne: Das hat uns natürlich nicht gerade in die Karten gespielt. Umso mehr muss ich uns für die Reaktion loben, die wir gezeigt haben – vor allem natürlich nach dem Seitenwechsel mit unseren beiden Toren. Das 1:1 direkt nach der Pause war extrem wichtig. Wir haben über die gesamten 90 Minuten die Köpfe oben gelassen und an unsere Chance geglaubt. Ich betone das deshalb ausdrücklich, weil das in dieser Saison bislang nicht immer so war. Nach dem 2:1 haben wir es dann sehr souverän über die Zeit gebracht. Da waren Wille, Emotionen und Leidenschaft so groß, wie vielleicht noch nie zuvor in dieser Saison. Da haben wir alles reingeworfen, was möglich war.

DFB.de: Was war unmittelbar danach in der Kabine los?

Kleineherne: Ich will es mal so ausdrücken: Die Stimmung ist sehr, sehr gut (lacht). Wir sind oft genug enttäuscht vom Platz gegangen, nach diesen 90 Minuten ist alles anders. Heute werden wir – soweit es die Corona-Bestimmungen zulassen – Party machen. Der Druck war groß, den müssen wir jetzt wieder abbauen. 

DFB.de: Warum lief die Saison bislang nicht so, wie Sie es sich vorgestellt hatten?

Kleinherne: Das werden wir zu gegebener Zeit mal in Ruhe analysieren. Heute war für mich entscheidend, dass wir die richtige Reaktion zeigen. Und das ist uns meiner Meinung nach eindrucksvoll gelungen. Wir haben alle Enttäuschungen abgeschüttelt und sind aufgestanden. Wir haben aus den Enttäuschungen gelernt und heute Charakter bewiesen. So muss es jetzt weitergehen. Aber zunächst freue ich mich auf den Lehrgang mit der DFB-Auswahl.

DFB.de: Nach so einem Sieg reist man sicher mit einem sehr guten Gefühl zur Nationalmannschaft?

Kleinherne: Ich freue mich immer darauf, mit dem DFB unterwegs zu sein. Das ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Aber nach einem Einzug ins DFB-Pokalfinale trifft man sich natürlich sehr gerne mit den anderen Nationalspielerinnen.

DFB.de: Es geht in Wiesbaden gegen Australien und Norwegen. 

Kleinherne: Das sind zwei starke Gegner, die uns sehr fordern werden. Für uns sind das wichtige Duelle in unserer Entwicklung im Hinblick auf die Europameisterschaft im kommenden Jahr in England. Mit dem Sieg im Rücken reise ich mit viel Selbstvertrauen zur Nationalmannschaft. Ich freue mich auf die anstehenden Tage. 

Fotos: DFB

Der Kreis Münster unterstützt seine Vereine!

Bleib dabei!“

Kreis Münster dehnt Treue-Aktion des SSB Münster auf den Fußballkreis aus.

Die Corona-Pause im Amateursport dauert nun schon seit Ende Oktober an. Vor wenigen Wochen war die Hoffnung noch groß, dass der Spielbetrieb sich wieder auf dem Startblock begeben kann. Doch die aktuelle Entwicklung der Inzidenzzahlen lässt ein großes Fragezeichen über den Re-Start der untersten Spielklassen emporheben.

Die nun nochmals verlängerte Spielpause und die Ungewissheit einer Saisonfortsetzung birgt bei vielen Vereinen auch die Sorge, dass Mitglieder*innen sich den Vereinen abwenden.

Schon im Winter hat der Kreis Münster daher die Aktion des Stadtsportbundes Münster „Stay in your Club“ unterstützt und für Vereinstreue der Mitglieder*innen geworben.

Diese „besonders herausragende Maßnahme des SSB Münster“, so der Kreisvorsitzende Norbert Krevert, soll nun in Anlehnung des Projektes des SSB erweitert werden und besonders auf die Vereine ausgedehnt werden, die nicht dem SSB Münster angeschlossen sind. Selbstverständlich können sich auch Vereine aus dem Stadtgebiet dieser Aktion gerne anschließen.

Daher wirbt der Kreis Münster – nach Rücksprache mit dem SSB Münster – auch für alle seine Vereine mit dem Motto „Bleib dabei“ Unsere Vereine brauchen dich“.

Der Wunsch stammte im Ursprung von der SG Telgte. Im Rahmen eines Vereinsdialoges Mitte März mit dem Präsidium des FLVW und dem Kreisvorsitzenden, äußerte der Verein den Wunsch, dass ihn der FLVW bei der Bindung von Mitglieder*innen unterstützt.

Vereine aus dem gesamten Kreis Münster, die für die Mitgliedertreue werben möchten, können sich ab sofort gerne bei einem Vertreter des Kreises für einen „Werbetermin“ auf der heimischen Sportanlage melden.

Deine Spuren im Sand

Da war jetzt in den Medien viel über grundlegende Probleme zwischen Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Trainer Hansi Flick zu lesen.

Das Ganze ist schon eine etwas ältere Debatte. Ursprünglich dadurch entstanden, dass der bei den Medien etwas unbeliebte Salihamidzic schon im Vorfeld für inkompetent gehalten wurde. Der Deutsch-Bosnier verkaufte sich selbst ein bisschen schlecht, dazu ist er nicht allzu medienfreundlich, sagt meistens eher gar nichts. Und wenn er mal den Mund aufmachte, dann fiel ihm das direkt auf die Füße wie zB. das bekundete Interesse an Callum Hudson-Odoi. Also sagt er möglichst wieder gar nichts.

Dem gegenüber ein Hansi Flick, der Erbe Niko Kovacs, der plötzlich alles richtig machte und den Bayern das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte bescherte. Was wirklich nicht leicht war, denn da lag die Messlatte ganz schön hoch. Dazu eine ruhige und sympathische Art – Flick war plötzlich der Liebling der Medien.

Das ist auch der Grund, warum Medien-Deutschland ihn gern als Bundestrainer hätte, denn das war sofort der erste Name, der nach Jogis Rücktritt in den Ring geworfen wurde. Und Kloppo natürlich, aber der dementierte sofort sein Interesse. Außerdem macht es ganz den Eindruck, als würde in Liverpool eine kleine Durststrecke verziehen, nach dem sensationellen Vorjahr, und der Erfolgstrainer nicht sofort gefeuert.

So ist es aber auch bei den Bayern, wobei die auch gerade nicht erfolglos sind, wenn man mal vom Pokal-Aus absieht. Trotz der extrem hohen Belastung der vergangenen Saison, wo es nach der langen Frühjahrspause eigentlich keine weitere gab und alle Wettbewerbe bis zu Ende durchgespielt wurden, gelang es Flick doch, seine erste Mannschaft auf Kurs zu halten. Und die Bayern wollen ihn nicht so gern weglassen.

Das gefällt den Medien eher weniger und irgendwem ist wohl auch aufgefallen, dass die Neuzugänge bislang nicht so viele Einsatzminuten bekommen haben. Also betrachtet Bild-Zeitungs-Deutschland dies als Affront Flicks gegenüber Salihamindzic, der ja für die Einkäufe zuständig ist.

Dann tritt noch ein Harald Stenger, Ex-Pressesprecher des DFB im „Doppelpass“ auf und sagt: „Was das Gesamtgebilde Bayern betrifft, staune ich schon, wenn man seine Einkaufspolitik sieht. Was er da in den Sand gesetzt hat und was er da geholt hat, welch freie Hand ihm gelassen wird.“ und auch: „Was mich so stutzig macht mit Blick auf die Bayern ist, dass es das erste war, bevor sich Flick geäußert hat, dass Salihamidzic den Nagelsmann als einen guten Trainer empfindet. Und das finde ich als ganz klares Zeichen, dass Salihamidzic froh wäre, wenn Flick weg wäre.“

Beide Schlussfolgerungen sind natürlich mehr als gewagt, denn einerseits kann man einen Trainer loben, ohne ihn gleich verpflichten zu wollen, andererseits kann man die neuen Spieler frühestens nach einer Saison beurteilen, eigentlich erst, wenn sie schon wieder gehen.

Im Normalfall hat man immer Neuzugänge, die sofort zünden und welche, die später oder gar nicht zünden. Auch ein Leon Goretzka und ein Kingsley Coman haben ihre Zeit gebraucht. Jedenfalls länger als Sané oder Choupo-Moting, die ihrer Rolle durchaus gerecht werden.

Dann gibt es auch ein seltsames Verständnis, was die Aufgabe des Sportvorstands angeht. In der Regel wünscht sich der Trainer Spieler für bestimmte Positionen, Scouts suchen nach passenden Spielertypen, Sportvorstand und Trainer gucken gemeinsam, wer geeignet ist und der Sportvorstand macht dann die Verträge, möglichst zum Wohle des Vereins. Der Trainer sieht dann zu, wie er die neuen Spieler integriert bekommt.

Das bestätigt auch Matthias Sammer, der einige Jahre selbst zum internen Kreis der Bayern gehört hat. „Hasan Salihamidzic wird gerade so hingestellt, als sei er für alle Transfers alleine verantwortlich. So habe ich das beim FC Bayern nie kennengelernt, das entspricht vermutlich nicht der Realität: Entscheidungen werden in München mit viel Kompetenz gemeinsam getroffen“

An den Verträgen hat schon mal niemand was zu meckern. Nie hat der FC Bayern im Verhältnis zum Marktwert günstiger Spieler erworben. Die Auswahl wird wohl nicht ohne Flick stattgefunden haben und kann deshalb eigentlich gar kein Streitpunkt sein. Also gibt es vielleicht gar keinen grundsätzlichen Streit.

Aber Hansi hat irgendwann im Bus zu Brazzo gesagt:“Jetzt halt doch einfach mal dein Maul.“ Sicher auch kein Indiz für ein grundlegendes Zerwürfnis. Wenn der doch bei einem Telefonat oder einem Gespräch dazwischenredet oder Hansi einfach nur abschalten will.

Die Spieler jedenfalls interessiert es nicht und die Bayern sind trotz Thiagos Abgang und schwächelnder Abwehr im Championsleague-Viertelfinale und lässiger Spitzenreiter in der Bundesliga.

Strukturelle Probleme sollte man also vielleicht woanders suchen.

Die Ausbeute…

SPORT vor ORT im Gespräch mit

Felix Gronover

Abwehrspieler in der Bezirksliga-Mannschaft der SG Telgte

Beruf: Student der Mathematik und Informatik
Alter: 24 Jahre
Wohnort: Münster

Seit wann spielst du Fußball?
Im Verein mit vier Jahren.

Und wo war das?
In Nottuln. Da war ich dann bis 2017, wo zu Telgte gewechselt habe.

Wie hoch hast du in Nottuln gespielt?
Zuletzt Landesliga.

Dann war das ja ein kleiner Abstieg. Warum bist du nach Telgte gegangen?
Ich hatte in Münster meine Ausbildung angefangen.

Deine Lieblingsposition?
Am liebsten Rechtsverteidiger. Da kann man mehr Akzente nach vorn setzen
als in der Mitte.

Was gefällt dir besonders gut bei der SG?
Die SG bildet ein relativ harmonisches Bild. Das Zusammenleben in der
Mannschaft und auch der Kontakt zur Vereinsführung.

Und was gefällt dir dabei nicht so?
Die Ausbeute. Die Platzierung spiegelt nicht das wieder, was wir so können.

Was würdest du an dir selbst kritisieren?
Dass ich nicht so bin wie Martin Röös, der lautstark die Leute nach vorn
bringt.

Und wo liegt deine besondere Stärke?
Ich habe ziemlich lange Beine, mit denen ich immer irgendwie an den Ball
komme. Und ich habe in Nottuln sehr viel über taktische Ausrichtung gelernt.

Welches Sportereignis hat bei dir den stärksten Eindruck hinterlassen?
In der B-Jugend 2014 mit der DJK-Nationalmannschaft in Wien. Es war
schon etwas besonderes, den Adler auf der Brust zu tragen.

Wie habt ihr da abgeschnitten?
Wir wurden Vierter. Hört sich stark an, es waren aber auch nur acht
Mannschaften.

Deine Lieblingsserie?
Zur Zeit keine, zuletzt „Suits“.

Wo würdest du gern mal Urlaub machen?
Nach Afrika würde ich gerne mal wollen. Da gibt es landschaftlich sehr
schöne Gegenden.

Wobei kannst du am besten entspannen?
Bei Musik.

Welche Richtung?
Ich bin da nicht so festgelegt. Ein bisschen House, ein bisschen Piano.

Und was machst duso in der übrigen Freizeit?
Momentan lerne ich eigentlich nur und gehe ab und zu spazieren.

Und vor Corona?
Ich stelle mir den Sommer vor mit Freunden, die ich im Biergarten treffe
und dann z.B. zum Kanal zu fahren.

Was isst du nicht so gern?
Fisch.

Was wünscht du dir für die nahe Zukunft?
Dass es jetzt mal wieder besser läuft mit Corona und dass wir alle bald
wieder Fußball spielen können.

Schenke uns noch eine Lebensweisheit?
Sei zufrieden, mit dem, was du hast, aber strebe nach mehr.

Felix Gronover, vielen Dank für das nette Gespräch.

Telgte-Bon für SG-Ehrenamtler

Wie bei allen Vereinen ist es zur Zeit auch bei der SG Telgte wirtschaftlich nicht ganz einfach, manche Einnahmen fehlen, die Fixkosten bleiben aber.

Dennoch lässt es sich der Verein nicht nehmen, seinen ehrenamtlichen Helfern seine Wertschätzung auszusprechen und da der Neujahrsempfang in diesem Jahr ausfiel, ist man auf eine andere Idee gekommen, die zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.

Gut 100 verdiente Mitglieder erhielten vom Verein den Telgte-Bon, den Gutschein, mit dem man in rund 100 Telgter Geschäften einkaufen kann.

Zum einen hält die SG damit ihre Ehrenämtler bei Laune, zum anderen kommt das aber auch dem Telgter Einzelhandel zu Gute, der das ebenfalls bitter nötig hat. Zur Zeit sind ja wieder Einkäufe nach Terminabsprache erlaubt und den einen oder anderen Nachholbedarf wirds geben, da kam der Telgte-Bon gerade recht.

Die Fußballerin 2020

Sophia Kleinherne

Trotz der soliden Arbeit Ostbeverns in der Westfalenliga kommt man doch an Telgtes Nationalspielerin nicht vorbei. Sophia hat mittlerweile drei A-Länderspiele als Links- und jetzt auch Innenverteidigerin absolviert, die alle drei gewonnen wurden. Auch für die nächsten Länderspiele wird sie im Kader stehen.

In der Bundesliga erreichte sie im vergangenen Jahr mit dem FFC Frankfurt Rang sechs. Nach einer Fusion im Sommer spielt sie jetzt für Eintracht Frankfurt erste Liga. Dort liegt man erneut auf Platz sechs und ist noch im DFB-Pokal vertreten, Sophia hat alle Spiele bestritten.

Der Fußballer 2020

Felix Gronover

Die sichere Bank in Telgtes Abwehrkette ohne jede Formschwankung. Meistens bewahren seine Tacklings die SG vor schlechteren Ergebnissen. Und ab und zu ist er auch noch torgefährlich. Vorm Tor des Gegners.

Der Trainer 2020

Daniel Kimmina

Ohne nennenswerte Verstärkungen hat der ehemalige Westbevern-Kapitän bei seinem ersten ersten Job als Trainer Ostbeverns Herren direkt wieder in die Kreisliga A geführt und dort bereits wieder im Vorderfeld platziert.

Lauter Flickschusterei

Kritik an den Bayern gibt normalerweise ein Echo, wie man es aus den Bergen kennt. Ja, auch nach dem offiziellen Ausscheiden des großen Uli Hoeneß aus sämtlichen Bayern-Ämtern gibt es noch die Abteilung Attacke. Normalerweise von Karl-Heinz Rummenigge besetzt, diesmal aber ganz überraschend durch den ansonsten bislang eher ruhigen Hansi Flick repräsentiert, der sich damit schon jetzt für das Präsidentenamt 2034 beworben hat.

Vorausgegangen war die Kritik des von den Medien zur SPD-Gesundheits-Koryphäe hochstilisierten Karl Lauterbach an der Club-WM und dem Fall Thomas Müller.
Thomas Müller war in Katar positiv auf Corona getestet worden, sofort in Quarantäne versetzt und dann mit einem Privatflieger der Kataris nach Deutschland zurückgeschickt worden. Das Endspiel fand aber statt, mit dem Ausgang, dass die Bayern sich den sechsten Titel innerhalb einer Saison holten und damit Fußball-Geschichte schrieben.

Eben dies gefiel Karl Lauterbach so gar nicht, er war der Meinung, die FIFA hätte das Endspiel trotz vorheriger negativer Tests aller Beteiligten nicht durchführen sollen, es wäre als „Signal verheerend“, gleichzeitig räumte er aber ein: „Wenn PCR-Tests kurz vor dem Spiel gemacht wurden, ist das Risiko gering.“ Auch zur Rückreise Müllers fand er kritische Worte: „Normalerweise wäre eine Reise mit bekannter Infektion natürlich undenkbar.“
Nun, die Rückreise war eine Entscheidung der Katari, die des Spiels eine der FIFA. Beide unterliegen nicht den hierzulande gültigen Regelungen. Dass bei beidem nicht mehr passiert ist, gibt den Entscheidern vielleicht sogar Recht.

In einer Pressekonferenz zur Partie gegen Bielefeld wurde aber Hansi Flick auf die Äußerungen angesprochen und nahm dazu sogar ungewöhnlich scharf Stellung:  „Ich finde sowieso in der Diskussion mit Corona, so langsam kann man die sogenannten Experten gar nicht mehr hören. Auch Herrn Lauterbach: Er hat immer zu irgendwas etwas zu sagen, immer ein Thema, wo er sich wieder meldet“ und weiter „Ich finde die sogenannten Experten, die Politik, die sollen sich zusammensetzen, und wirklich mal eine Strategie entwickeln, dass man irgendwann mal wieder Licht im Tunnel sieht. Das ist aktuell zu wenig, finde ich.“

Großer Aufruhr im Netz: Wie sich privilegierte Fußballer so etwas herausnehmen können.

In Wahrheit aber hat Hansi Flick vollkommen Recht. Tatsächlich fehlen vernünftige Strategien. Alle setzen nur darauf, dass die Impfungen das Problem irgendwann in den Griff bekommen. Deshalb ist der Aufschrei ja auch so groß, wenn es gerade dort zu geringfügigen Verzögerungen kommt.

Viel zu kurz gekommen ist die Entwicklung bei Medikamenten, die ja einen sehr großen Beitrag zum harmloseren Verlauf der Krankheit bringen könnten.

Darüber hinaus hat sich offensichtlich niemand mit dem bisherigen Verlauf der Krise befasst. Im vergangenen Frühjahr hat gerade Deutschland die Situation sehr gut gemeistert und bei den schrittweise Lockerungen hat man sehr genau gesehen, welche Maßnahmen welche Effekte haben. Der große Anstieg im Herbst wurde durch Urlauber und durch Schulen oder Kitas verursacht und genau diese Punkte werden von Politikern und Presse am häufigsten genannt, wenn es um Lockerungen geht. Außengastronomie, Restaurants, Einzelhandel und Sportveranstaltungen waren trotz akribischer Dokumentation keine Hotspots und könnten eigentlich als erstes wieder an den Start gehen. Aber scheinbar hat nicht die Bekämpfung der Pandemie oberste Priorität, sondern die Einteilung in wichtige oder weniger wichtige Branchen.

Das gleiche gilt für die Regionen. Die Hauptverursacher sind ganz klar die großen Städte und wenn man mal mit wirklichen Zahlen, anstatt mit Prozenten rechnen würde, dann wäre das auch schnell deutlich. Der täglich kolportierte Inzidenzwert gibt ein vollkommen verzerrtes Bild der Lage: Ostbevern liegt bei aktuell insgesamt drei Infizierten bei einem Inzidenzwert von 36,3, Berlin läge bei 1280 wöchentlichen Neuinfizierten unter 35. Was ist wohl schlimmer?

Man könnte also jetzt die Ortschaften voneinander trennen und allen, die auf null sind, wie z. B heute Everswinkel, alles genehmigen. Natürlich nur für Einheimische und Menschen aus anderen Null-Infektions-Orten. Wohlgemerkt nach Orten, nicht nach Kreisen, denn nur Verwaltungen sind kreisweit orientiert, Menschen eher nicht. Das wäre auch ein Ansporn, augenblicklich profitiert kein Ort davon, wenn sich Menschen vernünftig verhalten. Die Städte sollen aber mal schön unter hundert Personen kommen, wie es Münster gerade vorbildlich vormacht.

So was in der Art hat Hansi Flick gemeint, während Karl Lauterbach für eine Ausgangssperre nach 20.00 Uhr plädiert. Würde nur dazu führen, dass die Öffnungszeiten der Lebensmittelhändler zusammengestrichen werden, wo doch zur Rush-Hour schon wirklich genug Betrieb herrscht.

Man muss also weder Politiker noch Gesundheitsexperte sein, um Strategien zu entwickeln. Das können eher Menschen, die es gewohnt sind, täglich Zahlen auszuwerten und Problemlösungen zu finden. Und klappt ja bei den Bayern normalerweise recht gut.