Telgte U8/2 – Hoetmar 13:0

Nachdem der Saisonstart in Telgte bei strömendem Regen gegen Sendenhorst mit 9:2 rundum gelungen war, ging es am folgenden Wochenende ins sonnige Hoetmar. Hier zeigte die Mannschaft ums Trainerteam Toonen/Hellmann, dass die Truppe die Trainingsinhalte schon richtig gut auf den Platz bringen kann. Obwohl körperlich dem Gegner unterlegen, zeigten die Jungs der SG eine spielerisch starke Vorstellung. Pressing, das Spiel über die Außenbahnen, gute Zweikämpfe, Quer – und Doppelpässe, sowie tolle Unterstützung der Spieler untereinander ließen den SC Hoetmar ihre körperliche Überlegenheit nicht zum Vorteil werden. Die Telgter Jungs spielten kontrolliert und konzentriert und konnten durch Tore von Keno Kouba (5), Jonas Toonen (3), Janosch Kleikamp (2), Jonas Hellmann (1), Theo Röder (1) und Anton Küsters (1) einen deutlichen 13:0 Sieg herausspielen. Dabei erwischt der Telgter Torwart Julius Ertel in den wenigen gefährlichen Situationen einen Sahnetag. Eine Parade kurz vor Schluss ließ das gesamte Publikum anerkennend applaudieren.

Prognosen

Mit Prognosen ist das so eine Sache. Treffen sie ein, erinnert man sich gern daran, treffen sie nicht ein, dann verdrängt man das relativ schnell. Das gilt für die Menschen, die Prognosen erstellen, aber auch für die, die sie lesen.

Wie anders ist es zu erklären, dass der Wetterbericht mit seiner Drei-Tage-Prognose nur eine 50%ige Trefferquote aufweist, aber dennoch alle wie gebannt die Prognosen verfolgen, sie sogar erwarten und verlangen.

Der Effekt ist bekannt, wird er doch seit Anbeginn der Zeit von Politikern genutzt, um Wahlen zu gewinnen. Und würde da nicht die Presse ab und zu mal nachhaken, würde sich niemand mehr Gedanken über die Versprechungen des Vorjahres machen.

Im Sport werden auch sehr gern Prognosen erstellt und auch hier gilt: je länger der Zeitraum ist, um den es sich dreht, desto schwieriger ist es, richtige Einschätzungen abzugeben. Dennoch wird es aber immer getan.

Sehen wir uns also mal die Prognosen vor Beginn der letzten Fußballsaison an. Da wurde den Bayern zunächst mal ein großes Transferproblem angehext, weil der Kader nicht in der Lage sei, eine Saison erfolgreich zu überstehen. Das zog sich über den gesamten Sommer und verstummte erst mit der Leihe von Philippe Coutinho, was tatsächlich ein Husarenstück in der europäischen Transferpolitik darstellte.

Coutinho hat im Verlauf der Saison dann nicht so geglänzt, aber nicht, weil er so schlecht gespielt hat, sondern weil die anderen Spieler noch etwas besser waren und somit häufiger aufgestellt wurden. Und wir reden hier von einer Mannschaft, deren geplante Innenverteidigung über die gesamte Saison verletzt war.

Sensationell, wie doch der so „schwache Kader, der Verletzungen nicht kompensieren kann“, das weggesteckt hat, noch dazu mit den „zu alten“ Stammspielern Thomas Müller und Jerome Boateng oder „Alibi-Einkäufen“ wie Perisic und Pavard.

Als Meister wurde im Sommer schon der BVB ausgerufen, aber seltsamerweise war da der schwache Kader zu finden, der eine Reus-Verletzung erst mal nicht kompensieren konnte. Das stabilisierte sich erst mit Nachkäufen von Can und Haaland. Da war der Zug Champions League aber schon abgefahren.

Machte aber nichts. Denn deutsche Mannschaften waren dort laut Experten ohnehin chancenlos, viel zu groß die Übermacht der englischen Teams, deren Erfolge für die nächsten Jahre schon festgeschrieben waren, auch wegen höherer Budgets und stärkerer Konkurrenz in der Liga. Dahinter folgen dann sowieso erst mal Spanien und Italien.

Jetzt, ein Jahr später, haben wir aber ein Halbfinale der Champions League ohne englische Beteiligung gesehen. Und das nur mit deutschen und französischen Mannschaften, von denen die Hälfte vor der Saison wirklich niemand auf dem Zettel hatte.

Mal sehen, wie jetzt die Experten den deutschen oder französischen Fußball für die Zukunft sehen werden. Ich bin gespannt.

Risiko

Es ist ein bisschen spannend, wie sich die aktuellen Lockerungen in Deutschland auswirken werden. Immerhin ist aber Sport erlaubt, zunächst die Einzelsportarten, ab Juni auch der Rest, natürlich mit starken Auflagen.

Es wäre auch kaum haltbar gewesen, Vereinsport weiterhin zu verbieten, wenn man ausgerechnet den Fußball-Bundesligen grünes Licht gibt.

Ob es aber dabei bleiben wird, hängt davon ab, wie gut das Konzept, welches die DFL entwickelt hat, greift.

Natürlich versucht der Profi-Fußball, die Saison zu Ende zu spielen. In erster Linie deshalb, weil andernfalls die Fernsehgelder nicht fließen. Nun kann man das aber unter Gesundheitsaspekten durchaus kritisch sehen und viele tun das auch. So werden schon die Vorbereitungen beäugt und der geringste Fehler macht sofort Schlagzeilen.

Ohne Kontakt ist Fußball aber nicht möglich und deshalb werden alle Akteure permanent getestet und bei Infektionen aussortiert. Bislang gab es drei Tests, beim ersten wurden von ca. 2500 Personen zehn positiv getestet, darunter drei in Köln und ein Fall in Dresden. Die Betroffenen wanderten in Quarantäne und die Vorbereitungen gingen weiter.

Der zweite Test verlief ergebnislos und ließ hoffen, dass jetzt alles seinen Gang gehen kann. Beim dritten aber wurden zwei weitere Dresdener Spieler positiv getestet und das örtliche Gesundheitsamt schickte den ganzen Verein mit 61 Personen in Quarantäne.

Diese Entwicklung lässt natürlich berechtigte Zweifel an der Zuverlässigkeit der Tests aufkommen, die ja dadurch erschwert werden, dass sich der Erreger erst nach einer gewissen Zeit nachweisen lässt, Weiterverbreitung aber schon vorher möglich ist. So ist die Reaktion des Gesundheitsamtes in etwa nachvollziehbar.

Jetzt sind wir an einem Punkt, wo die Dresdener erst einmal von jedem bedauert werden, weil ihnen nicht nur die ersten beiden Spiele fehlen, sondern auch die Vorbereitungszeit, was definitiv einen Wettbewerbsnachteil mit sich bringt. Sollte dort aber noch einmal etwas Vergleichbares vorkommen oder bei einem der Gegner, dann kann vielleicht eben deshalb die Saison nicht beendet werden.

Und dann ist Dresden der große Profiteur, denn unter normalen Umständen könnten sie die Liga nicht halten, bei einer Annullierung der Saison aber natürlich schon. Dresden hatte ohnehin schon zu den Mannschaften gehört, die sich gegen eine Fortführung der Ligen ausgesprochen hatten, ausnahmslos alle Abstiegskandidaten waren da, vermutlich ganz uneigennützig, vertreten.

Und so spielt das Dresdener Gesundheitsamt vielleicht dem eigenen Verein in die Karten, obwohl es zu diesem Zeitpunkt erst einmal genau anders herum aussieht.

Es kommt nicht von ungefähr, dass bei Sportereignissen die Verbände die Entscheidungshoheit haben und im Normalfall lokale Behörden außen vor sind. Nur ist das in diesem speziellen Fall natürlich nicht zu machen, denn Covid-19 betrifft ja alle Bereiche an einem Ort und deshalb hat die lokale Gesundheitsbehörde zu Recht die Oberaufsicht.

Wir hoffen also mal, dass alles mit der nötigen Sorgfalt verläuft und nicht plötzlich ungewöhnlich viele Fälle speziell bei Abstiegskandidaten auftauchen. Das hätte einen wirklich unangenehmen Beigeschmack.

Ein Abbruch der Bundesligen mit der dazugehörigen Medienpräsenz hätte aber auch sofort Auswirkungen auf den lokalen Sport in ganzen Land und das wünschen wir uns wirklich nicht. Angesichts dessen ist es den Bundesligen zu gönnen, mutig oder nicht, ihre Saison zu Ende zu bringen. Alles Andere wäre fatal.

Bruce Banner

Spielabbrüche wegen Fanverhalten, eine neue Qualität im Konflikt zwischen DFB/DFL und den Fangruppierungen.
Auslöser: Der DFB hatte eine Kollektivstrafe gegen Dortmund-Fans verhängt, nachdem Dortmunder Ultras wieder einmal Plakate mit Hoffenheims Dietmar Hopp im Fadenkreuz gezeigt hatten.
Nein, falsch, der Auslöser ist nicht die Strafe des DFB, sondern das Verhalten der Fans, die damit eindeutig gegen Bewährungsauflagen verstießen.
Aber klären wir nochmal kurz die Sachverhalte.


Fußballfans und im speziellen die Ultras möchten gern das Verhalten ihrer jeweiligen Vereine oder der Liga beeinflussen. Ja gut, aber ich habe noch nie davon gehört, dass sich Howard-Carpendale-Fans in Tourneepläne einmischen oder Ferrari-Fans das Motorenreglement der Formel 1 beeinflussen können. Das ist also ein reines Fußball- Phänomen.
Woher nehmen sie aber die Berechtigung? Weil sie Dauerkarten kaufen, sich schön anziehen und zur Stimmung beitragen? Das machen Ferrari- oder Carpendale-Fans auch. Eigentlich gibt es keine Berechtigung, denn sie übernehmen ja auch keinerlei Verantwortung.

Trotzdem darf natürlich jeder eine Meinung haben und zumindest in diesem Land in gesteckten Grenzen auch kundtun. Hier liegt uns aber ein Fall vor, wo die Ultras ihre Grenzen bei weitem überschreiten, indem sie einzelne Personen oder Gruppen massiv verbal angreifen, beleidigen und bedrohen.
Objekt der Begierde ist Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp. Der Vorwurf: Eingreifen ins operative Geschäft, was laut 50+1-Regel verboten ist. Aber eigentlich, dass Hopp Hoffenheim zu einem „Retortenverein“ (Achim Watzke) gemacht hat und dass den „Traditionsvereinen“ dadurch Wettbewerbsnachteile entstehen.
In der Sache kann kein Fan wirklich beurteilen, wie groß die Einflussnahme von Geldgebern im Profi-Fußball wirklich ist. Zudem ist keiner der „Traditionsvereine“ noch irgendwie traditionell aufgestellt, alles sind Wirtschaftsbetriebe mit Millionenumsätzen und die Eintrittskarte des Fans hat da sogar den kleinsten Anteil daran.
Hopp ist aber durch die Watzke-Aussagen in den Focus der Fans gerückt und deshalb gibt es seit Jahren Anfeindungen der unterschiedlichsten Fan-Gruppierungen, ein bisschen angeführt von Dortmund.

Wenn man jetzt Hoffenheim „Hoppenheim“ nennt, ist das nicht schlimm und auch irgendwie lustig, irgendwann tauchte aber im Fanblock der Dortmunder ein Plakat auf, welches Hopps Gesicht mit einem Fadenkreuz versehen zeigte. Um auch keinen Zweifel am Sinn dieser Darstellung zuzulassen, war selbige mit dem Spruch „Hasta la Vista, Hopp“ versehen. Hopp startete eine Anzeige, der Fan entschuldigte sich, die Anzeige wurde zurückgezogen, alles erledigt.
Als aber gleichartige Plakate und persönliche Beschimpfungen gegen Hopp 2018 erneut im Block auftauchten, sprach der DFB eine Strafe aus, setzte sie aber zur Bewährung aus.
Parallel gab es eine Aussage des DFB, keine Kollektivstrafen mehr verhängen zu wollen, denn unbeteiligte Fans sollten nicht durch das Verhalten einzelner benachteiligt werden. Weil aber gerade die Dortmund-Fans im Hinspiel gegen Hoffenheim wieder heftige Schmähungen auf Plakaten von sich gaben, wurde die Bewährung widerrufen und für die nächsten zwei Jahre dürfen Dortmund-Fans nicht mehr zu den Auswärtsspielen in Hoffenheim erscheinen.

Das brachte sämtliche Ultra-Clubs auf die Barrikaden, die darin eine erneute Einführung der Kollektivstrafen sehen.
Und so sah man am vergangenen Wochenende die unterschiedlichsten Plakate in den Stadien, DFB-Kritiken wie auch Hopp-Schmähungen, was zu teils berechtigten, teils unberechtigten Spielunterbrechungen führte.

Und wieder ist die Aufregung groß und es wird argumentiert, was das Zeug hält. Dass das Fadenkreuz keine Morddrohung darstellt, dass der DFB sich nicht an Absprachen hält, dass mit zweierlei Maß gemessen wird und dass die Medien zu wenig Hintergrund darstellen.
Wie das Fadenkreuz gemeint ist, machen drei Banner in Dresden nochmal deutlich: „Auch wenn das Sportgericht wieder Kollektivstrafen ausspricht/ist Herr Hopp des Schlafs beraubt,/denn Sterbehilfe ist jetzt erlaubt!“ im Zusammmenhang mit dem Fadenkreuz, gehalten von mindestens zwanzig Fans, toleriert von allen im Block. Ein besseres Argument für Kollektivstrafen gibt es gar nicht.
Ja, der DFB hat sich nicht so richtig an die Absprache gehalten, aber zunächst hat sich mal der Dortmunder Block nicht an die Absprachen gehalten. Und es ist ja schon der Widerruf der Bewährung. Wozu sollte Bewährung sonst gut sein?
Nein, es wird nicht mit zweierlei Maß gemessen. Die Affenlaute vor zwei Wochen auf Schalke hat außer dem Betroffenen keiner mitbekommen. Rassistische Banner, die so plakativ sind, wie die gegen Hopp, würden jetzt sicher gleichwertig geahndet.
Und dass die Medien zu wenig Hintergrund darstellen? Das ändern wir ja gerade.